Onlinezugangsgesetz

Online-Formulare sind nur die Spitze des Eisbergs

Daher sieht auch das OZG-Konzept fünf Reifegradstufen vor: Erst wenn die Stufen vier oder fünf erreicht werden, gelten die OZG-Vorgaben als erfüllt. Um das Bild des Eisberges aufzugreifen: Nur bei den höheren Stufen sind durchgängig digitale Verfahren etabliert, inklusive einer Backend-Integration. Endnutzer*innen sehen von den Verfahren meist nur die Formulare oder begleitende Webseiten – ähnlich wie ein Eisberg, der auch nur zu einem Bruchteil sichtbar ist. Der größte Projektaufwand, wie die Integrationsaufgaben, bleibt für den Betrachter von außen unsichtbar und unterhalb der Wasseroberfläche des Eisbergs.

Das OZG fordert eine ganzheitliche Betrachtung. Im übertragenen Sinne geht es darum, auch die verborgene Eismasse unter der Wasserlinie zu berücksichtigen: Die Behörden müssen ihre Prozesse durchgängig aufsetzen. Hierbei ist es wichtig, im Backend die Daten digital an die Fachverfahren sowie an E-Akte-Systeme ausliefern zu können. Weiterhin sind Schnittstellen notwendig, um Querschnittsdienste der Verwaltung zu integrieren, wie zum Beispiel Nutzerkonten, eID-Funktionen des digitalen Personlausweises, elektronische Siegelung und Signatur sowie Funktionen des E-Payment und E-Rechnung. Weiterhin ist eine enge Integration in Portale und Registerverfahren notwendig, um die höchsten Reifegradstufen zu erreichen, da für etwaige Nachweise das Once Only-Prinzip anwendbar sein muss. Es sind also auch Rückkanäle zwischen den einzubindenden Fach- und Registerverfahren und der OZG-Formularwelt entscheidend.

Ziel ist es, nachhaltige und durchgängige Online-Transaktionen zu etablieren, um OZG-Dienstleistungen vollständig digital und transparent abwickeln zu können. Für benötigte Nachweise sollte das Once-Only-Prinzip angewendet werden: Bürger*innen und Unternehmen müssen ihre Stammdaten sowie die in einem Verfahren benötigten Angaben nur noch einmal der Verwaltung mitteilen. Anschließend tauschen die an einem Verfahren beteiligten Stellen die benötigten Daten untereinander aus. Dies vereinfacht den Prozessablauf für alle Beteiligten. Für die Umsetzung sind im Backend-Bereich daher Rückkanäle zwischen den einzubindenden Fach- und Registerverfahren und der OZG-Formularwelt notwendig.

Das ITZBund und Materna stellen hierfür eine technische Lösungsplattform bereit, die den Digitalisierungsprozess systematisiert und mit der sich OZG-Dienste durchgängig implementieren lassen.

Mehr in unserer Presseinfo.

Sie haben Fragen?

Andrea Siwek-Schmidt

E-Mail: andrea.siwek-schmidt@materna.de
Tel.: 0231/5599-8292

E-Mail